26.07.2021

Erstes Weaning-Konsil in der Thoraxklinik Heidelberg

Durch PRiVENT wollen wir Patient:innen mit einem erhöhten Risiko für eine Langzeitbeatmung erkennen und diese über ein intensiviertes Weaning auffangen und wieder von der Beatmung entwöhnen. Eine Komponente dieser intensivierten Behandlung stellt das Weaning Konsil dar. 

Was ist ein Weaning-Konsil?

Die an PRiVENT teilnehmenden Krankenhäuser werden im Rahmen der Studie von einem Weaning-Zentrum unterstützt, das ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Jedes der vier PRiVENT Weaning-Zentren in Baden-Württemberg betreut bis zu zehn Intensivstationen. Zu den Unterstützungsmaßnahmen gehört auch das sogenannte Weaning-Konsil, bei dem Expert:innen des Weaning-Zentrums sich mit den Fachkräften des behandelnden Krankenhauses vor Ort am Patientenbett treffen. Weaning-Konsile finden bei Patient:innen statt, bei denen ein rein fachlicher Austausch zwischen dem Weaning-Zentrum und der Kooperationsklinik (Weaning-Board) nicht ausreicht. 

Wie läuft ein Weaning-Konsil ab?

Die Spezialist:innen aus dem Weaning-Zentrum besprechen zunächst mit dem Team der Klinik den bisherigen Verlauf des Weaning-Prozesses. Im Fokus stehen dabei die Krankengeschichte inkl. der Vorerkrankungen, welche therapeutischen Maßnahmen bereits durchgeführt wurden und welche Schwierigkeiten dabei aufgetreten sind. Es folgt der Besuch bei der Patientin oder dem Patienten. Vor Ort können dann im Team weitere Diagnostiken oder Behandlungen durchgeführt werden. Auf Basis der Ergebnisse wird dann im Team entschieden, ob und wie der Behandlungsplan angepasst wird.

Das erste Weaning-Konsil in der Thoraxklinik Heidelberg

Beim ersten Weaning-Konsil in der Thoraxklinik Heidelberg im Juni 2021 wurde mit der betroffenen Patientin ein Spontanatemversuch durchgeführt. Die Patientin wird über einen direkten Zugang zur Luftröhre (Tracheostoma) beatmet. Für den Spontanatemversuch wurde die Verbindung zur Beatmungsmaschine für einen kurzen Moment unterbrochen, um zu schauen, inwieweit die Patientin in der Lage ist, selbstständig zu atmen. Dabei zeigte sich, dass die Patienten mir einer  strukturierten Beatmungsentwöhnung  aller Voraussicht nach von der Beatmung entwöhnbar sein wird. Im Team wurde daher eine Anpassung des Behandlungsplans und das weitere Vorgehen besprochen.

Durch die vorgenommenen Änderungen an den Therapiemaßnahmen konnte die Patientin inzwischen weitere Fortschritte machen und ist der Beatmungsentwöhnung einen Schritt nähergekommen.

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