14.04.2021

Was machen eigentlich Atmungstherapeut:innen?

In unserer 3. Podcast-Folge hat Frau Litke die beiden Atmungstherapeuten Gabriele Iberl und Benjamin Neetz zu Gast. Die beiden erzählen, was Atmungstherapeut:innen in der Versorgung beatmeter Menschen machen, warum diese Fachrichtung immer häufiger benötigt wird und welche zentrale Rolle sie bei PRiVENT einnimmt.

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Arbeiten im Bereich der Atmungstherapie

Das Berufsbild der Atmungstherapeutin bzw. des Atmungstherapeuten ist noch keine 20 Jahre alt. Es ist eine Weiterbildung, die Angehörige der pflegenden und einiger therapeutischer (z.B. Physiotherapie, Logopädie) Berufe machen können, um sich weiter zu spezialisieren. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und wird berufsbegleitend absolviert. Im Gespräch erzählt Frau Iberl, dass es bislang nur etwa 1.000 Atmungstherapeut:innen in Deutschland gibt. Sie arbeiten überwiegend in Weaning-Zentren oder Lungenfachkliniken. Auf den Intensivstationen nicht spezialisierter Krankenhäuser sind sie bislang nur selten zu finden. Einige wenige arbeiten auch in der mobilen Pflege.

Atmungstherapeut:innen sind im gesamten Fachgebiet der Pneumologie tätig. Sie arbeiten mit invasiv und nicht-invasiv beatmeten Patient:innen, übernehmen u. a. die Überwachung der Blutgase, alle Aspekte des Atemwegs- und Sekretmanagements, Aerosolanwendungen und Sauerstofftherapie. Vor allem aber sind sie zentrale Fachkräfte bei der Beatmungsentwöhnung, der pneumologischen Rehabilitation und der Patientenschulung.

Die Patient:innen im Fokus

Was im Gespräch mit Frau Litke neben der Kompetenz und der Erfahrung von Frau Iberl und Herrn Neetz besonders deutlich herauskommt, sind ihre Sorge um ihre Patient:innen und das Bedürfnis, ihr Wissen im Rahmen von PRiVENT zu teilen. „Wir wollen so früh wie möglich von der Beatmung befreien, um Sekundärkomplikationen zu vermeiden und dadurch eine Langzeitbeatmung zu verhindern“, sagt Herr Neetz. Er beschreibt damit nicht nur seine berufliche Profession, sondern auch den Kern von PRiVENT. 

Und weil selbst aus einem Weaning-Zentrum manche Patient:innen beatmet entlassen werden müssen, wünscht Frau Iberl sich auch in der mobilen Pflege mehr Atmungstherapeut:innen. Eine solche Entlassung sieht sie nicht zwingend als Endpunkt der Behandlung, sondern in manchen Fällen einfach nur als Erholungsphase für die Patient:innen. „Wir wollen die Patienten nach einer Erholungsphase noch einmal sehen, um sie neu zu bewerten“, sagt sie im Wissen, dass der Weaning-Prozess eine enorme psychische und physische Herausforderung ist, der manchmal einen zweiten Anlauf benötigt.

Warum ein interprofessioneller Ansatz beim Weaning so wichtig ist

Auf die Frage, warum die interprofessionelle Zusammenarbeit so wichtig bei der Beatmungsentwöhnung ist, sagt Frau Iberl: „Weil die Probleme so vielfältig und sehr individuell sind. Es gibt bestimmte Grundregeln, wie man eine Beatmungsentwöhnung gestaltet. Aber gerade für die verlängerte Entwöhnung, für das prolongierte Weaning, da gibt es keine guten Kochrezepte, sondern die [Behandlungsmethoden] müssen auf den Patienten zugeschnitten sein.“ 

Genau dies lässt sich am besten in einem Team lösen, das die Expertise aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen bündelt. Und hier ist einer der Ansatzpunkte von PRiVENT: Wir möchten in den teilnehmenden Kliniken die Kompetenz stärken und zur Bildung interprofessioneller Teams beitragen, um möglichst vielen Patient:innen eine Langzeitbeatmung zu ersparen.

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Informationsmaterial?

In unserem Downloadbereich können Sie sich gerne die Flyer für Patienten oder Fachkreise herunterladen. Auf der Startseite finden Sie darüber hinaus ein Erklärvideo, das PRiVENT kurz und knapp erklärt. Mehr Informationen zum Projekt PRiVENT und rund um die Themen Beatmung und Beatmungsentwöhnung finden Sie auch in unserem Blog und im PRiVENT-Podcast.

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