26.02.2021

Wie wird PRiVENT ablaufen und was kommt auf die Teilnehmenden zu?

Durch PRiVENT wollen wir die Risikofaktoren für eine Langzeitbeatmung erkennen und die Weaning-Kompetenz der Kliniken in Baden-Württemberg erhöhen. Neben vier Weaning-Zentren, die auf die Entwöhnung von beatmeten Patienten spezialisiert sind, ist die Teilnahme von 40 Kliniken geplant. Die Experten aus den Weaning-Zentren kommen aus unterschiedlichen Fachrichtungen und werden eng mit den Kooperationskliniken zusammenarbeiten, um den Behandlungsplan der teilnehmenden Patientinnen und Patienten optimal auf die Entwöhnung von der Beatmung abzustimmen.

Wie läuft die Studie ab?

Im Zeitraum vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2023 sollen in den beteiligten Kliniken mehr als 4.000 Patientinnen und Patienten auf ihr Risiko für eine Langzeitbeatmung untersucht werden. Unabhängig vom Ergebnis dieser Untersuchung werden alle Teilnehmenden nach geltendem medizinischen Standard behandelt.

Bei Patientinnen und Patienten, bei denen ein erhöhtes Risiko für eine Langzeitbeatmung festgestellt wurde, wird die behandelnde Klinik von Weaning-Experten unterstützt, um die Entwöhnungsbehandlung zu intensivieren. Es werden konkrete Maßnahmen durchgeführt, die auf die individuellen Begleiterkrankungen abgestimmt sind. Dazu gehören zum Beispiel eine Optimierung der Beatmungseinstellungen sowie der Medikamente, die gegeben werden. Je nach Risikogruppe bzw. Vorerkrankung kommen auch gezielte Behandlungen aus den Bereichen der Atmungstherapie, Physiotherapie und Logopädie, wie Übungen zur Stärkung der Atemmuskulatur und zur Verbesserung des Schluckens hinzu.

Ziel dabei ist, die ideale Mischung verschiedener Therapieelemente für jede einzelne Patientin und jeden einzelnen Patienten zu finden. Mit jeder erfolgreichen Beatmungsentwöhnung steigt das Wissen, welche Behandlung(en) zu welchem Zeitpunkt und bei welchem Risikofaktor den größten Nutzen für das Weaning haben. Im Verlauf der Studie werden so die besten Behandlungsstrategien für unterschiedliche Risikogruppen etabliert.

Neben ausgewählten medizinischen Daten möchten wir gerne von den Teilnehmenden wissen, wie es ihnen geht und wie sie die Behandlung wahrnehmen. Daher bitten wir die Patientinnen und Patienten während ihres Krankenhausaufenthaltes sowie drei, sechs und zwölf Monate nach ihrer Entlassung, einen Fragebogen auszufüllen. Etwa sechs Wochen nach der Entlassung aus der Klinik führen wir außerdem ein telefonisches Begleitgespräch zum Entlassprozess.

 

An welche Patienten richtet sich PRiVENT?

Teilnehmen können Patientinnen und Patienten aller gesetzlichen Krankenkassen, die mindestens 96 Stunden auf der Intensivstation einer teilnehmenden Klinik invasiv beatmet werden, älter als 30 Jahre sind und an mindestens einer Zusatzerkrankung leiden. Außerdem darf keine neuromuskulären Erkrankung bestehen, die eine Entwöhnung von der Beatmung unmöglich macht (z.B. ALS).

Durch eine Teilnahme an der Studie helfen Patientinnen und Patienten nicht nur, neue Behandlungsmethoden und Konzepte zur Verhinderung einer Langzeitbeatmung zu etablieren, sondern sie profitieren bereits von ihnen: Die Behandlungsmethoden werden im Lauf der Studie kontinuierlich angepasst und speziell auf die Bedürfnisse der verschiedenen Risikogruppen abgestimmt. Dabei bestehen für die Teilnehmer keinerlei gesundheitliche Risiken!

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Informationsmaterial?

In unserem Downloadbereich können Sie sich gerne die Flyer für Patienten oder Fachkreise herunterladen. Auf der Startseite finden Sie darüber hinaus ein Erklärvideo, das PRiVENT kurz und knapp erklärt. Mehr Informationen zum Projekt PRiVENT und rund um die Themen Beatmung und Beatmungsentwöhnung finden Sie auch in unserem Blog und im PRiVENT-Podcast.

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